Als Lehrerin unserer Schule war ich eine Woche zum Job Shadowing am Reithmanngymnasium in Innsbruck. Neben einem Sport- und Europagymnasium, ist dieses Gymnasium auch ein sogenanntes „Realgymnasium“. Das bedeutet, dass dort der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften liegt. Das hat für mich als MINT-Koordinatorin schon im Vorfeld spannend geklungen. Beeindruckt hat mich der früh beginnende, durchdachte Praxisanteil in den Naturwissenschaften:
Jahrgang 5: Zusätzlich zum regulären Biologieunterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler zwei Wochenstunden Biologiepraktikum. Die Praktika finden im 14-tägigen Wechsel in Halbgruppen statt. So arbeiten die Kinder in kleinen Lerngruppen direkt an den Experimentierplätzen, mit mehr Zeit, Ruhe und Sicherheit.
Jahrgang 6: Ergänzend zum Regelunterricht werden – ebenfalls in Halbgruppen – abwechselnd Praktika in Physik und Biologie durchgeführt. Das vertieft die im Unterricht vermittelten Inhalte durch regelmäßige, angeleitete Experimentierphasen.
Jahrgang 7: Zusätzlich zum Regelunterricht finden Praktika in Physik und Chemie in Halbgruppen statt. Die Laborarbeit wird so Schritt für Schritt ausgebaut, während Fachwissen und methodische Kompetenzen Hand in Hand wachsen.
In den höheren Jahrgängen bietet die Schule Module mit starkem Realitätsbezug an – beispielhaft das Modul „Turteltauben“. Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler einerseits praktisch mit den auf dem Schulgelände gehaltenen Brieftauben, andererseits erschließen sie kulturhistorische Aspekte der Taubenzucht und -nutzung. Neben den Brieftauben werden auf dem Gelände auch Hühner und Schweine gehalten. Jeder grüne Randstreifen wird sinnvoll für unterrichtliche Zwecke genutzt: Es gibt angelegte Beete, einen Teich und weitere Lernorte im Freien. Diese Lernumgebung macht naturwissenschaftliche Inhalte sichtbar, greifbar und bedeutsam.
FAS
